Fairness-Siegel

Fairness-Siegel-Verleihung am 14. März 2013

Mit großem Engagement aller am Schulleben Beteiligter hat sich die Erich-Kästner-Grundschule auf die Verleihung des Fairness-Siegels für Schulen vorbereitet. Wichtige Säulen zur Erlangung des Siegels sind Streitschlichter, Klassenratsstunden, Schülerparlament, einheitliche Regeln in der Schule, faire Sanktionen, faires Verhalten von Schülern und Lehrern, nachvollziehbare Notengebung, Beratung und eine Kultur des Hinschauens statt Wegsehens bei Gewalt und Ungerechtigkeit. Am 14. März 2013 um 18.00 Uhr verlieh uns Herr Dr. Stellberg vom Institut für Gewaltprävention in einer Feierstunde mit zahlreichen Gästen das Fairness-Siegel.
Es ist für uns Ehre und Ansporn zugleich, unsere Arbeit im Rahmen der Gewaltprävention auch weiterhin so durchzuführen, wie wir es bisher gemacht haben und uns jedes Jahr erneut dem Blick aller Beteiligten zu stellen, ob wir das Siegel weiterhin verdient haben. Glückwünsche wurden uns auch überreicht vom stellvertretenden Bürgermeister, Herrn Lierenfeld, der früher selbst Schüler der Erich-Kästner-Schule war und mit seiner Anwesenheit die erreichte Leistung würdigte. Auch die Dezernentin der Stadt Dormagen, Frau Gaspers und die Leiterin des Schulverwaltungsamtes, Frau Schönen-Hütten, waren anwesend sowie Frau Gartz vom Dormagener Sozialdienst, dem Träger unserer OGS. Abgerundet wurden unsere prominenten Besucher durch Pfarrer Stelten und Pfarrer Picht, die es sich ebenfalls nicht nehmen ließen, an der Feierstunde teilzunehmen. Die NGZ schickte Frau Wernig, eine ausgesprochen kompetente und immer freundliche Redakteurin, die sich ebenfalls mit uns freute. Auf ihre Nachfrage, wie viele Schulen es denn bereits gibt, die das Fairness-Siegel zugesprochen bekommen haben, erhielt sie die uns alle überraschende Auskunft, dass es in ganz NRW nur 10 Schulen gibt, die es erhalten haben, davon zwei im Rhein-Kreis-Neuss und nur eine in Dormagen. Wir freuen uns sehr, dass wir nun zu diesem Kreis dazugehören.

M. Scholz

siegel

Konzept zum fairen Umgang miteinander

an der Erich-Kästner-Grundschule in Dormagen

Seit dem Jahr 2009 hat unsere Schule den Schwerpunkt ihrer Arbeit auf den gewaltfreien Umgang aller am Schulleben Beteiligter gelegt. In einer umfassenden Schulungsaktion durch das Institut für Gewaltprävention in Köln wurden alle Kinder, Eltern, Mitarbeiter des offenen Ganztages und alle Lehrer in diesem Ansatz geschult.
Im Schuljahr 2012/13 reifte dann die Idee, sich für das Fairness-Siegel für Schulen zu bewerben. Hierzu wurde Kontakt zu Herrn Dr. Stellberg vom Institut für Gewaltprävention aufgenommen. In einem ersten Gespräch wurde gesichtet, was die Erich-Kästner-Schule auf dem Weg zur Erreichung des Fairness-Siegels bereits geleistet hat und dann geschaut, in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht.
Wir haben kollegiumsinterne Fortbildungen durchgeführt, das Training zum Gewaltfrei Lernen erneut aufgefrischt und unsere Regeln wieder überprüft.

Unsere Schule ist nun in den vier Bereichen des fairen Umgangs miteinander wie folgt aufgestellt:

Schüler-Schüler-Beziehungen
Es gibt bei uns seit Jahren ein Schülerparlament, welches sich regelmäßig trifft. Je zwei Vertreter aus jeder Klasse übernehmen Verantwortung für das Schulgeschehen. So werden Ideen für ein immer besseres Miteinander ausgetauscht und umgesetzt. Die Protokolle der Sitzungen bilden die Grundlage für das folgende Treffen.
Seit dem Schuljahr 2019/20 gibt es außerdem ein Gruppenparlament. Je zwei Sprecher aus den Ganztagsgruppen treffen sich mit der Schulleitung in regelmäßigen Abständen und besprechen insbesondere das Schulleben im Ganztag und Ideen für ein besseres Schulleben im Nachmittagsbereich.
Die Viertklässler werden im Verlauf des dritten Schuljahres als Streitschlichter ausgebildet. Sie übernehmen in den Pausen in Zweiter-Teams Verantwortung und schlichten Streitigkeiten der Schüler. Im Verlauf des Schuljahres werden sie immer wieder zu Treffen mit der Ausbilderin, Frau Pielen, eingeladen, um sich über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten auszutauschen.
Schwierigkeiten im Umgang miteinander, aber auch gelingendes Miteinander wird in verlässlich stattfindenden Klassenratssitzungen besprochen. Jede Woche findet unter Anleitung des Klassenlehrers, später auch unter Leitung der Schüler die Klassenratsstunde statt. Es gibt Kummerkästen oder Kummerbücher, die dann die Grundlage für die Stunde bilden. Es soll aber grundsätzlich mit lobenden Bemerkungen über gelungenes Miteinander gesprochen werden, um eine gute Atmosphäre zu schaffen, in der Kritik dann leichter ausgehalten und angenommen werden kann. Der Blick richtet sich also immer zuerst auf die positiven Verhaltensweisen.
Für einige Erstklässler ist der Start in die Schule besonders schwer und beängstigend. Aus diesem Grund sind die Zweitklässler Paten für die Kleinen. Sie kümmern sich besonders in den ersten Wochen darum, dass die Kleinen sich in der Schule zurechtfinden. Sie spielen mit ihnen und zeigen ihnen, wo man sich Hilfe holen kann, wenn man sie benötigt. Der Ganztag hilft hier allerdings sehr schnell, sich gut zurechtzufinden und sich ältere Freunde zu suchen, die Schule
schon kennen.

Schüler-Lehrer-Beziehungen
In jeder Klasse hängen die gleichen Regeln, die an unserer Schule Gültigkeit haben. Dabei haben wir unterschieden in:
Regeln des Zusammenarbeitens
Regeln des Zusammenlebens
Schulhofregeln
Die Regeln des Zusammenarbeitens wurden vom Kollegium entwickelt und mit den entsprechenden Sanktionen verbindlich in allen Klassen aufgehängt.
Die Regeln des Zusammenlebens wurden von den Kindern entwickelt. Sie sind je nach Klasse und Stufe etwas unterschiedlich, im Tenor aber gleich. Ein Beispielexemplar können Sie sich hier ansehen: Regeln des Zusammenarbeitens und -lebens.
Die Schulhofregeln wurden mit den Kindern im Schülerparlament erarbeitet bzw. überarbeitet und haben nun Gültigkeit. Sie hängen im Foyer der Schule bei der Spielzeugausleihe, die ebenfalls von den Kindern selbstständig durchgeführt wird.
Die abgestuften Sanktionen sind hier zu entnehmen: Regeln der EKS.

Lehrer-Schüler-Beziehungen
Es wurde ein Selbsteinschätzungsbogen für Schüler entwickelt. Dieser wird von allen Kindern vor dem Elternsprechtag ausgefüllt und mit der Lehrereinschätzung verglichen. In kurzen Gesprächen mit den Kindern wird deren Einschätzung und Lehrereinschätzung verglichen. Bei großen Differenzen wird darüber gesprochen, woran es liegt und dem Kind werden Tipps gegeben, wie es sich verbessern kann. Diese Bögen dienen dann beim Elternsprechtag als
Grundlage zum Abgleich mit der Einschätzung der Eltern.
Die zweite Form der Rückmeldung ist eine Smileyrückmeldung unter jeder schriftlichen Arbeit. Hier meldet das Kind, wie es die Arbeit empfunden hat und der Lehrer gleicht dies mit dem tatsächlich erzielten Ergebnis ab. Auch hier finden Gespräche mit dem Kind statt, wenn sich Diskrepanzen ergeben bzw. wenn Förderbedarf nötig ist.

Unser Ziel ist es, dass am Zeugnistag kein Kind überrascht ist, wenn es sein Zeugnis erhält, sondern schon vorher genau weiß, wo es steht.
Alle weiteren Möglichkeiten der Rückmeldung, die ebenfalls möglich sind, bleiben in der Wahlfreiheit des Lehrers (weitere Gespräche, gemeinsame Notengebung von Werken usw.)

Lehrer-Lehrer-Beziehungen
Unsere Schule arbeitet eng mit den Erziehern des offenen Ganztages zusammen, die aus dem ehemaligen Hortbereich kommen und uns wertvolle Kontakte zum Jugendamt und zu den Erziehungsberatungsstellen der Stadt Dormagen vermitteln konnten.
So ist allen Lehrern der Schule das Dormagener Netzwerk bekannt. Es besteht aus:
– Mitarbeitern des Jugendamtes
– Mitarbeitern der Erziehungsberatungsstelle
– Mitarbeitern des Schulpsychologischen Dienstes
– der Ambulanz für Kinderschutz in Neuss
– Mitarbeitern des Bildungs- und Teilhabepaketes in Dormagen
– Förderschule für emotionale Entwicklung
– Klinik in Viersen
– Kinderärzte
– Lerninstitute in Dormagen, Köln, Neuss und Düsseldorf (Schwerpunkte LRS und Dyskalkulie sowie Konzentration)
– Sozialpädiatrisches Zentrum in Neuss
Alle Kontaktdaten sind bei der Schulleitung und bei der Leitung des Offenen Ganztages hinterlegt.
Die Schulleitung besitzt zusätzlich noch die Ausbildung zum No-Blame-Ansatz gegen Mobbing. Dieser Ansatz wurde auch schon einige Male erfolgreich durchgeführt. Da unsere Grundschule klein und überschaubar ist, ist für alle Eltern und Kinder der erste Ansprechpartner bei Sorgen immer der Klassenlehrer. Bei Störungen auf dieser Ebene ist der zweite Ansprechpartner
für alle Sorgen die Schulleitung. 

Bei einer Befragung im Schülerparlament zeigte sich, dass allen Kinder klar ist, wie und wo sie Hilfe bekommen können, wenn sie diese benötigen.

Auch die Eltern haben durch die Schulleitung das Angebot, jederzeit einen Gesprächstermin ausmachen zu können, wenn sie Unterstützung benötigen.

Dormagen, im März 2020
Monika Scholz, Schulleiterin